AUCHIV // Station 07 // Schaukasten auf dem Parkplatz

Die Fahrpläne

Interview mit Rainer Queck

„Morgens um Sieben“, korrigiert Rainer Queck gleich. Nicht „Morgens früh um Sieben“. Der Name der legendären Disco in Hamm stammt aus einem Film. Rainer weiß nicht mehr genau, welcher Film eigentlich. Rainer hat die Strecke ins „Morgens um Sieben“ häufig zurückgelegt. Statt nach Köln fuhr Rainer zum Feiern nach Au, dann weiter nach Hamm, damals mit 16 und ohne Führerschein. Um drei war Schluss, gegen fünf ging der erste Zug zurück. „Im Winter war's ziemlich kalt“, sagt er. Nicht kalt genug, um zu Hause zu bleiben.

Das „Morgens um Sieben“ lag hinter der Metzgerei. Für Rainer Queck war sie erst Ziel, später Arbeitsplatz: Er wurde dort DJ und legte auf, was er „alternativ, progressiv“ nennt. 1987 war plötzlich Schluss. Niemand wurde informiert und als Rainer dort mit seinen Platten ankam, standen die schweren Abriss-Maschinen schon in der Disco-Ruine. Ein paar Souvenirs wurden aufgesammelt, dann war der Ort weg.

Der Fahrplan hängt hier deshalb nicht nur für An- und Abfahrten. Er ist auch die Erinnerung an eine verschwundene Nacht- und Feierkultur: Zug, Musik, Tanzen, Lachen, Kälte, Hitze, Heimweg. Erst kommt Au, dann kommt der Morgen.

Ausstellungsobjekt zur Station Morgens um 7