AUCHIV // Station 04 // Schalter

Der Ticket-Schalter

Am Schalter wurde nicht nur verkauft. Dort wurde übersetzt: von Wünschen in Verbindungen, von Zielen in Zonen, von „Ich muss da hin“ in eine Fahrkarte. Sebo und Thomas erinnern sich an Monatskarten, Phantasialand-Tickets, Reisen nach Norderney und an einen alten Trick, dass eine Fahrt manchmal günstiger wurde, wenn sie auf dem Papier nicht in Au, sondern von der Hohengrete angetreten wurde.

Auch Kalle Groß beschreibt den Bahnhof noch als Ort mit einem Schalter und dem passenden Beamten dazu. Das ist eine andere Art von Bahn als heute: jemand sitzt da, kennt die Strecke, bleibt ruhig, redet, sucht nach Lösungen.

Der Schalter war immer auch eine Bühne. Wenn von hier aus die Gleisdurchsagen zu Verspätungen und Fahrplanänderungen gemacht wurden, dann entstanden aus Verspätungsgründen kleine Geschichten. Küsse, die doch noch ein paar Minuten länger ausgetauscht wurden. Aufatmen, weil man eh schon spät dran war. Ärger, weil die Hochzeit der Nichte vielleicht verpasst wird.

Schalterbereich im Bahnhof Au