„Bis Ende der Siebziger, Anfang Achtziger war das noch ein richtiger lebender Bahnhof. Hier war richtig was los. Überall waren Menschen unterwegs. Zu Fuß“, erinnert sich Kalle Groß. Zum Leben am Bahnhof gehörte die Sperre: kein schwerer Schlagbaum, sondern ein kleines Holzgehäuse mit Glasscheiben im Eingang. Dort saß jemand im Frühdienst, jemand im Spätdienst, kontrollierte Fahrkarten, gab Auskunft, hielt den Weg zum Bahnsteig in Ordnung.
Kalle Groß erzählt von Fahrkartenausgabe, Gepäck und Expressgut, vom Kassenverwalter, von der Bahnhofskneipe und von Leuten, die hier nicht nur durchliefen, sondern arbeiteten, warteten, fragten, feierten. Die Sperre war dabei die Schwelle zwischen Heimat und Reise. Hinter der Sperre begann die Welt.
