AUCHIV // Station 14 // Toiletten

Die Toiletten

Partizipative Kunst am Bau: Eine Hommage an das Wasser von Tanja Corbach

Rund zehn Jahre lang ist der Bahnhof in Au ein Bahnhof ohne Toilette gewesen, mit allen Konsequenzen, die das so nach sich zieht. Für uns war sofort klar: Toiletten müssen her. Möglichst öffentlich. Und bitte „in schön“: Ihr sollt gerne auf unsere Toiletten gehen – und sie dabei ohne Anstrengung so behandeln, als wären es eure eigenen! Mit diesem Wunsch sind wir zur Westerwälder Künstlerin Tanja Corbach gefahren, die für partizipative Kunsträume an öffentlichen Orten bekannt ist. Ihre Antwort: „Eine Hommage an das Wasser!“

Für „Eine Hommage an das Wasser“ ist Tanja zwischen Mai 2025 und Mai 2026 mit einem „fliegenden Fliesentisch“ in der Region unterwegs gewesen und hat Menschen dazu eingeladen, ihre persönlichen Lieblingswassertiere für unsere Bahnhofstoiletten zu gestalten. Rund 300 unterschiedliche Rohlinge aus Ton sind dabei entstanden: Kugelfische, Goldfische, Delfine, Algen. Naiv, versiert, kindlich, künstlerisch – quer durch alle Altersstufen, Herkünfte und Hintergründe. In ihrem Atelier in Steimel hat Tanja die Rohlinge glasiert und gebrannt und schließlich zu einem großen Mosaik an unseren frisch gebauten Toilettenwänden zusammengefügt. Verfugt haben wir die Wasserwesen wiederum gemeinschaftlich – besonders laut und heiter als reine Frauen-Bande an Weiberfastnacht 2026.

„Eine Hommage an das Wasser“ erzählt eine Geschichte von Gemeinschaft, von Beziehung und von Begegnung – mit uns selbst, mit anderen, mit dem Element Wasser. Denn tatsächlich ist fließendes Wasser (und Trinkwasser obendrein!) alles andere als eine Selbstverständlichkeit: Wasser ist ein Privileg. Mehr noch: Wasser ist Leben!

Wie begegnest du dem Wasser? Wie begegnest du dem Leben? Wie begegnest du dem Privileg einer öffentlichen Toilette?

Eine Hommage an das Wasser von Tanja Corbach // Kunst im öffentlichen Raum, Soziale Plastik // T-raumwerk.de

Toilettenbereich mit Hommage an das Wasser