„Ich war Bahnmeister hier“, sagt Heribert Zimmer. Und schnell wird klar: Heribert Zimmer blickt nüchtern auf den Bahnhof, mit dem Wissen um die Technik, die hier alles zusammenhält. Für ihn besteht der Bahnhof aus Schienenprofilen, Spurweiten, Brücken, Stützmauern, Durchlässen und Bauplänen. Alles hier ist vermessen, kartografiert, in Akten festgehalten. Das Fundament, auf dem der Bahnhof steht, besteht aus Regeln, Maßen, Zuständigkeiten und Dokumentation. Zimmer nennt sich Eisenbahner in dritter Generation, „in der Eisenbahn geboren“, sagt er fast nebenbei, und erklärt dann, warum ein scheinbar kleines Schild Teil einer größeren Ordnung ist.
Die Pfeiftafel ist deswegen für Heribert Zimmer keine Nostalgie, sondern Eisenbahn-Grammatik. Das P steht für Pfeifen. Eine Pfeiftafel ist ein knappes Zeichen am Gleis: nicht nett gemeint, sondern eindeutig. Sie sagt dem Lokführer, dass ein akustisches Warnsignal zu geben ist. In der Eisenbahn-Signalordnung 1959 ist die Pfeiftafel als Signal Bü 4 geführt; dort wird angewiesen, dass ein Pfeifen drei Sekunden zu dauern hat.
Bei Heribert Zimmer wird daraus keine Nostalgie, sondern Grammatik.
